Von Zuhause ausziehen! - Wie sage ich es meinen Eltern?

Von Zuhause ausziehen, Job kündigen oder Studium abbrechen! – Wie sage ich es meinen Eltern?

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Schon seit Wochen wusste ich, dass ich von Zuhause ausziehen werde!

Der Tag war da, an dem ich endlich mit meinen Eltern sprechen wollte, komme was wolle!

In den Wochen davor habe ich immer wieder nach Ausreden gesucht und das notwendige Gespräch vor mir hergeschoben!

„Heute oder nie“, war mein Motto!

Ich lag vor dem Fernseher, mit der Hoffnung, dadurch meine Nervosität zu unterdrückten, die gefühlt meinen ganzen Körper durchflutete.

Als ich den Schlüssel an der Eingangstür hörte und meine Eltern hereinkamen, war der große Moment so nahe, dass mein Puls auf 180 schoss.

Ich stand diesem Gespräch mit großem Respekt (= ein netteres Wort für Angst) entgegen.

Beim Zusammenkommen am Esstisch kreiste nur ein Satz in meinem Kopf, den ich mir zurecht gelegt habe, um den Dialog zu eröffnen:

„Ich muss euch etwas sagen!“

Ziemlich originell, ich weiß. 😉

Irgendwann begann ich, in Gedanken, einen Countdown zu zählen, mit der Absicht, diese Frage zu stellen, sobald ich bei null angekommen bin.

Und das tat ich auch.

Du bist kein Weichei, uns geht es allen so!

Das Gespräch hatte einen interessanten Ausgang! Doch bevor ich dir davon erzähle, möchte ich dir zu verstehen geben, dass diese Ängste völlig in Ordnung sind. Ganz egal, ob du 18 bist oder bereits auf die 30 zugehst.

In den letzten Jahren habe ich einen tollen Job gekündigt, ein Studium abgebrochen und meine Heimat verlassen.

Und jedes Mal ist es mir extrem schwer gefallen, meine Eltern davon zu erzählen.

Durch meine Arbeit als Coach durfte ich viele Menschen durch diesen Entwicklungsprozess begleiten und immer war die beschriebene Angst ein Teil davon.

Von Zuhause ausziehen, eine Kündigung und ein Studiumsabbruch sind mehr als eine Entscheidung

Zugegeben: Viele junge Menschen ziehen solche Entscheidungen, ohne Vorbereitung und ohne mit der Wimper zu zucken, durch. Es entsteht der Eindruck, als wäre das nichts Großes! So als würdest du das zwischen Tür und Angel erledigen können.

Ich möchte dich einladen, etwas genauer hinzusehen und die nötige Wertschätzung für deine Entscheidung zu entwickeln. Die Entscheidung ist nämlich ein Teil deines persönlichen Wachstums.

Niemand wacht am Morgen auf und denkt sich: „Ja, von Zuhause ausziehen, das wäre heute toll!“

Tag für Tag entwickeln wir uns weiter, sammeln neue Erfahrungen und lernen neue Möglichkeiten kennen. Neue Interessen und Menschen kommen in unser Leben. Von langjährigen Freunden nehmen wir vielleicht Abschied.

Alte Kleider, die uns nicht mehr passen, werden abgelegt und neue möchten in unser Leben treten.

Ein Auszug, eine Kündigung und der Abbruch eines Studiums sind Teile davon. Wenn die Zeit reif ist, treten sie in unser Leben und fordern uns auf, an diesem Lernfeld zu wachsen.

In den Jahren und Monaten vor meinem Auszug lag mein Lernfeld in meinem Elternhaus! Meine damalige Freundin wohnte in unmittelbarer Nähe, meine Oma, zu der ich eine sehr innige Beziehung hatte, lebte im selben Haus und ich selbst wusste nicht, wo es für mich genau weitergeht!

Dort waren für mich die Erfahrungen zu sammeln, die das Leben für mich vorbereitet hat!

Nach und nach lernte ich immer mehr inspirierende Menschen kennen, Klarheit in Bezug auf meinen Weg stellte sich ein, meine Oma verstarb und meine Freundin begann in Graz zu studieren.

Irgendwann war die Zeit reif, um in meine erste eigene Wohnung zu ziehen.

Nimm deinen Wachstumsprozess, der deine Entscheidung begleitet, bewusst war und öffne dich für diesen.

Was möchtest du wirklich?

In den letzten 4 Jahren haben mir vermutlich über 100 junge Menschen erzählt, dass sie eigentlich nicht mehr studieren möchten, es aber durchziehen, um am Arbeitsmarkt bessere Chancen zu haben.

Andere berichteten, dass sie zwar gerne ausziehen möchten, aber Zuause bleiben, weil sie so Geld sparen können.

Oft haben sich diese Behauptungen als Bullshit und Mindfuck herausgestellt!

Im Licht von radikaler Ehrlichkeit ist oft zu erkennen, dass unsere rationalen Gründe nur Ausreden sind, um uns nicht mit der tiefen Angst zu beschäftigen, unsere Eltern zu enttäuschen.

Woran hältst du noch fest, obwohl du innerlich schon lange erkannt hast, dass du loslassen möchtest?

Die tiefe Angst, unsere Eltern zu enttäuschen

Die Beziehung unserer Eltern ist mitunter die tiefste, die wir in unserem Leben erfahren!

Egal in welchem Verhältnis du zu deinen Eltern aufgewachsen bist, ob du in Kontakt mit deinen Eltern stehst oder ob deine Eltern schon verstorben sind: Es besteht immer eine Verbindung.

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Zu unserer tiefsten und unbewussten Sehnsucht zählt die Anerkennung unserer Eltern.

Ziehen wir von Zuhause aus, brechen unser Studium ab oder kündigen einen vernünftigen Job, signalisiert uns unser Verstand, dass wir unsere Eltern enttäuschen und keine Anerkennung erhalten.

Deine Angst ist also nicht oberflächlich oder kindisch! – Sie bezieht sich auf deine tiefsten Bedürfnisse.

Finde Klarheit!

Wenn du von Zuhause ausziehen, deinen Job kündigen oder dein Studium abbrechen möchtest, ist Klarheit der wichtigste Faktor.

Hast du eine klare Entscheidung getroffen, zu der du auch stehst, werden auch deine Eltern mit Klarheit reagieren, deine Entscheidung akzeptieren und dir keine Steine in den Weg legen!

Vermutlich werden sie dich sogar unterstützen.

Um diese Klarheit zu finden, empfehle ich dir, dir ausreichend Zeit zu nehmen und dich für den Prozess zu öffnen, der auf tieferer Ebene abläuft und den ich dir in diesem Artikel beschrieben habe.

Lege ein Datum für das Gespräch mit deinen Eltern fest

Wenn du für dich Klarheit gefunden hast, nagel dich fest und definiere, wann du das Gespräch mit deinen Eltern suchen wirst!

Achte darauf, dass für dieses Gespräch ausreichend Zeit und Raum zur Verfügung steht.

Ein Beispiel für einen passenden Zeitpunkt ist ein gemeinsames Essen am Wochenende! Du und deine Eltern kommen in Ruhe zusammen und jeder hat die Zeit, sich diesem Gespräch ohne Zeitdruck usw. hinzugeben.

Erzähle deinem besten Freund oder deiner besten Freundin von deinem Plan! Sie werden dir Kraft geben und gegebenenfalls einen Arschtritt verpassen, solltest du versucht sein, zu kneifen.

10 Sekunden Mut können dein Leben verändern

Zurück zu meiner Geschichte! Ich saß also da und zählte im Kopf von 10 bis 0, um meinen Eltern dann klar zu machen, dass ich ihnen etwas sagen möchte.

Weitere 10 Sekunden später, hatte ich meinen Eltern bereits gesagt, dass ich von Zuhause ausziehen werde.

Mit diesem Moment verschwand auch meine Angst! Stattdessen fühlte ich mich erleichtert, endlich mit meinen Eltern gesprochen zu haben.

Genauso wird es bei dir sein!

Sei dir bewusst, dass du nur 10 Sekunden mutig sein musst, um dein Leben zu verändern und in den nächsten Gang zu schalten!

Das ist großartig!

Alles Liebe

Robert

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Beitragsbild – Schlüssel – pixabay.com congerdesign
Bild – Koffer – pixabay.com stevepb

About the Author

Robert Kraxner gilt als junger Inspirator, der nichts als gegeben hinnimmt und neue Wege jenseits der Norm eröffnet. Zu seinen Kunden zählen entwicklungswillige Querdenker und Unternehmen, die jenseits der bestehenden Paradigmen agieren möchten. Vita: https://www.robertkraxner.com/vita

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