Einen langjährigen Mitarbeiter kündigen. Ein Startup wird erwachsen.

Fuck, ich muss einen langjährigen Mitarbeiter kündigen. Ein Startup wird erwachsen.

langjährigen Mitarbeiter kündigen

Einen langjährigen Mitarbeiter kündigen: Es ist eine Herausforderung die in vielen Erfolgsgeschichten von Gründern zu finden ist.

In der Gründungsphase leuchtet die Vision stark. Alle brennen dafür, etwas Neues zu erschaffen und mit der eigenen Idee eine Delle in das Universum zu hauen.

Hohe Gehälter, Strukturen und Mitarbeiterentwicklung sind in dieser Phase nebensächlich. Wichtig ist, das System am Laufen zu halten und das Flugzeug zum Abheben zu bringen.

Jede Unterstützung ist herzlich willkommen, eben auch die des Kumpels, der die Begeisterung für die Sache teilt und bereit ist, für Dein Unternehmen alles zu geben.

Zeiten verändern sich, die Herausforderungen auch

Die ersten 3 Jahre sind vergangen, das Unternehmen schreibt langsam schwarze Zahlen und das Team ist gewachsen. Freundschaft im Team und ständiger Konsens reichen nicht mehr aus, um das Unternehmen erfolgreich zu führen.

Kunden müssen zufriedengestellt werden. Die täglichen Aufgaben fordern disziplinierte Abarbeitung, auch dann, wenn sie schon lange zur Routine geworden sind.

Es braucht Strukturen, eine klare Linie in der Führung und Kompetenz an den wichtigen Schlüsselpositionen. Erste Vermutungen steigen auf, einen langjährigen Mitarbeiter kündigen zu müssen, auch dann, wenn dieser bereits ein guter Freund geworden ist.

Aufgabenbereiche von Gründungsmitgliedern haben sich stark verändert. Ganz andere Fähigkeiten und Kompetenzen werden gefordert.

Was tun, wenn:

  • der langjährige Mitarbeiter aufgehört hat, an sich zu arbeiten und es am Markt viel bessere Personen gibt, die seinen Job machen könnten?
  • die Persönlichkeit und die natürlichen Talente des langjährigen Mitarbeiters nicht jene sind, die Du in Deinem Unternehmen brauchst?
  • Dein langjähriger den unternehmerischen Erfolg blockiert oder sogar schadet?

Einen langjährigen Mitarbeiter kündigen: Die menschliche Komponente

Theoretisch ist klar, was zu tun ist: Eine Organisation lässt sich neu strukturieren, ein besserer Mitarbeiter einschulen und eine Kündigung unterschreiben.

Das eigentliche Problem liegt auf einer anderen Ebene.

Schuldgefühle, ein schlechtes Gewissen und die Angst vor den entscheidenden Gesprächen lähmen…

Erst gestern erzählte mir ein Unternehmer, dass er über ein Jahr lang gezögert hat, bevor er eine längst getroffene Entscheidung umgesetzt hat: Nämlich einen seiner langjährigen Mitarbeiter zu kündigen, der mit ihm durch dick und dünn gegangen ist.

Erleichterung bringt oft der Austausch in einer Peer-Group mit anderen Unternehmern oder ein Gespräch in einem geschützten Raum (z.B. die Mutstunde).

Einen langjährigen Mitarbeiter kündigen zu müssen, ist vor allem für Gründer*innen oft der schwerste Schritt, den sie im Business bisher gehen mussten.

Deine Sorgen, Ängste, Schuldgefühle etc. sind vollkommen in Ordnung und sollen die Möglichkeit bekommen, zum Ausdruck gebracht zu werden.

Ich lade Dich ein, diese Herausforderung als einen Prozess der Reifung zu sehen, der dich in eine neue Ebene als Unternehmer begleitet. Meist wird das Ende der kumpelhaften Startup-Strukturen eingeleitet.

Klare Strukturen, klare Führung und klare Grenzen müssen etabliert werden.

Das Team aus der Gründungsphase ist nicht zwangsläufig das Team, mit dem Du auch zum Mond fliegst.

Quelle Beitragsbild: unsplash.com Christina @ wocintechchat.com

About the Author

Robert Kraxner versteht sich als Wegbereiter, der die Tür zu neuen Wegen öffnet. Vita: https://www.robertkraxner.com/vita

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